Inselfischwelt oder …

… wenn Sindbad kein Feuer gemacht hätte.

Liebe Lesende und nach Welten Fragende,

„Daneben gibt es noch (…) eine Insel-Welt, die bisher noch die Öffentlichkeit scheute“, schrieb ich letztens, und Wortman hakte gleich nach. Der Werdegang der Idee ist recht einfach:

Als Kind las ich (natürlich) auch Sindbads Reisen. („Kindgerecht“ umgeschrieben, versteht sich.) Bei seiner Ersten Reise gelangt Sindbad zu einer Insel mitten im Meer. Die Schiffsleute freuen sich, lagern, machen Feuer. Da kommt der Kapitän angerannt: Weg hier! Zum Schiff! Schnell! Denn die Insel ist ein alter Fisch, sandbedeckt und mit Bäumen bewachsen, der sich gerade zum Abtauchen bereit macht. Das Bild in meinem Buch zeigte eigentlich einen Wal, und er trug einen ganzen Wald samt Teich auf dem Rücken. Eine faszinierende Vorstellung!

In Petzoldts »Kleinem Lexikon der Dämonen …« stieß ich vor einiger Zeit auf die Vorstellung von „Weltenfischen“, auf denen die Welt ruhe. Die beigefügte Abbildung erinnerte mich an die Wal-Insel. Ein bisschen von James Krüss‘ »Glücklichen Inseln hinter dem Winde« mag auch mitgespielt haben, dazu, was ich von driftenden Schilfinseln in großen Seen gelesen hatte. – Die Saat keimte!

War ich da mal wieder auf Weltensuche? Ich weiß es nicht mehr, nur dass ich für eine Ausschreibung eine Drachenreitergeschichte entwarf, mit „Wasserdrachen“ in einer Inselwelt.

Die Geschichte wurde nicht genommen, ich bastelte noch etwas an ihr herum und verstaute sie im Geschichtenlager. Die Welt, fürs Erste „Ichthysia“ genannt, erkundete (bzw. baute) ich gelegentlich noch weiter. Da aber Idris stets Vorrang hatte, weiß ich bis heute noch nicht viel von ihr.

Grundidee: Die Länder sind Inseln auf dem Rücken gigantischer Fische in einer Ozeanwelt. Einige der Fische sind allein unterwegs, andere bilden Schwärme. Sie folgen Wanderrouten, die saisonal in unterschiedliche Bereiche des Meeres führen. Manche sind unruhiger, tauchen auch öfter, sind fast nicht bewohnbar. Andere ziehen viele Menschengenerationen lang geruhsam ihre Bahn, bis ihre Bewohner den Fisch unter sich für ein Märchen halten. Aber dann gibt es Erdbeben, Überflutungen nehmen zu, Winde drehen öfter als gewöhnlich, fremde Inseln nähern sich … (Für ein vergleichbares Schildkröten-Szenario lese man Terry Pratchetts »Licht der Phantasie«. 😉 )

Was für Kulturen, was für Vorstellungen und Begrifflichkeiten bringt eine solche Welt hervor? Für was für Geschichten ist sie gut? – Darüber denke ich bisweilen ganz gerne nach. Aber zu viele verschiedene Fische im Netz fressen sich gegenseitig, und zu viele verschiedene Geschichten im Kopf tun das auch. Darum bleiben die Fischinseln vorerst in der Eistruhe.

Eure Irja.

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4 responses to this post.

  1. Dann ist a gut! Ein schöner fried haddock mit potatoe chips ist was Feines! Leider inzwischen wohl auch selten und teuer …

    Antwort

  2. Posted by englandliebhaber on 25. Mai 2013 at 11:50

    Ich wohne auf einer Insel. Ich habe es nicht mit Fischen zu tun. Bei mir sind es meine Kinder, Haustiere, die mich auf Trapp halten. Das war ein schöner Text. Er hat mir sehr gefallen.

    Antwort

    • Danke schön!
      Ja, grüß mir Ol‘ England! Hm, keine Fische? Sind Fish ’n Chips schon ausgestorben? 😉

      Antwort

      • Posted by englandliebhaber on 26. Mai 2013 at 18:02

        Doch natürlich. Aber keine so großen Fische bei uns im Haushalt. Den Fischteich im Garten haben wir leider nicht mehr.
        Ansonsten ist das Meer nicht weit. Und natürlich auch nicht die Fische.

        Liebe Grüße nach D von Maria

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