Gedänken (auch an Bücher)

Oder Denken? Oder heißt das nun nach neudeutschrechtschreiberischer Logik Dänken? Weil es doch von Gedanken kommt – oder gar von Dank?

Danken wir also den Göttern (welchen auch immer), dass halb Europa derzeit „nur“ unter Wasser steht und nicht unter Feuer und Asche wir vor taggenau 230 Jahren? Damals brach der Laki aus und schickte zum Schlechtwetter auch noch Giftnebel über Europa.  – Naja: „nur“ unter Wasser (und Schlamm und …)?! Nee, wahrlich nicht!
Ich denke derzeit nicht einmal nur an die reinen Geldwerte, die schon existentiell sein können. Stellt euch euer liebstes Lieblingsbuch vor, vergriffen womöglich. Das ihr noch aus der Schlammbrühe fischt. Um es dann doch dem Müllcontainer anheim zu geben …
Das tut weh!
Also, schauen wir mal, was wir so tun können, um den den vom Hochwasser Getroffenen wenigstens das „Weitermachen, Nicht-Aufgeben“ zu erleichtern!

Ein anderes Buch: der Lindisfarne Gospel. Vor (angeblich) taggenau 1220 Jahren brachen die Wikinger über Lindisfarne herein. Ob sie das bunte Buch eher zum Feuermachen, zum Fischeeinpacken oder zum Dekorieren ihres Drachenbootes benutzt hätten? Ganz überraschend kamen die Nordmänner allerdings wohl nicht, denn Mönche des Klosters waren längst aufs Festland geflohen, mit Sack und Pack und Buch.

(Und nun ein Haar! Ein Königreich für ein Haar zum Herbeiziehen! Ah, da. Danke.)

Damals überschritten die Wikinger ihre alten Grenzen. – „Grenzenlos“ ist auch das Motto des diesjährigen Tübinger Bücherfestes, das gestern begonnen hat. Naja. Da waren wohl den Ideen Grenzen gesetzt. „Grenzenlos“, scheint mir, ist ein beliebtes Motto, wenn einem nichts anderes einfällt.
Interessanter ist da schon das diesjährige „Gastland“: die Türkei! – Da werden gerade Grenzen getestet! (Und wieder war ein Park Auslöser … Grüße aus BaWü (S 21)!) Ob man von den Protesten der Türken gegen Bevormundung und ewige Gestrigkeit auch auf dem Bücherfest hört oder liest? Ich bin gespannt!

Ein bisschen komisch komme ich mir ja vor, mich einfach zwischen Büchern zu vergnügen, während andere ihr Heim aus dem Flussschlamm ausbuddeln oder gegen Tränengas, Wasserwerfer und Staatsgewalt verteidigen. Aber so isch’s Läbe, wie der Schwabe sagt.
Also, ich geh‘ dann mal!

Eure Irja.

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