In der Schenke: Heilige Märchenzeit …

Liebe Lesende,

Märchen, Märchen, Märchen, Märchen – offenbar der Weihnachtsklassiker. Beschwörung „guter alter“ Zeiten, braver Kinder, vorlesender Großmütter, familiärer Harmonie und ähnlicher supersüßer Romantizismen.
Na, soll ja recht sein. Draußen fröstelkalt, drinnen (wenn’s die Brandschutzordnung noch erlaubt) kuscheliges Kerzenlicht, da wird man doch ein bissle vom Land Outopia und der Zeit Nimmermehr träumen dürfen.

Wer aber verschenkt ernsthaft Andersens Märchen zu Weihnachten?! Und liest sie womöglich auch noch oder liest sie vor?!

Andersen1925

Vom standhaften Zinnsoldaten, der, äußerlich reglos, seine Liebe mit in den Mahlstrom der Kanalisation nimmt, während seine Geliebte in Flammen aufgeht. –  Der Schmetterling, der zu lange nach „der Richtigen“ sucht (Blume natürlich), schließlich gar keine bekommt, im Spätherbst gegen die Scheibe fliegt und aufgespießt im Insektenkasten endet. – Und natürlich der Weihnachtsklassiker: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, das, während es einsam auf der Straße erfriert, von einem schönen, warmen Weihnachtsfest träumt …

Damit wären wir wieder bei den behaglichen Träumen. Bis dass Realität, Kälte und Tod ihnen ein Ende setzen. – Hach ja, so nette alte Märchen sind doch einfach viel herziger als »Stirb langsam« I–IV!

Eure Irja.

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