Iiieeeh – E-Books!

Liebe Lesende!

E-Books – ein heißes Thema, das ich schon längst ansprechen wollte!

Marcus Johanus‘ Blogbeitrag „Warum es jeden Text als E-Book geben sollte“ und die zugrundeliegende Polemik Friedrich Forssmans „Warum es Arno Schmidts Texte nicht als E-book gibt“ geben mir nun früher als gedacht eine Gelegenheit dazu.

Gleich vorweg: Ich stimme Marcus nicht völlig zu, und ich gebe Forssman in ein bis zwei Punkten Recht. Letzterer gibt aber so viel Mist von sich (schon rein sachlich), dass ich ich davor warne, die aufgezählten „Fakten“ in seinem Pamphlet für bare Münze zu nehmen, so lesens- und bedenkenswert dieses in Details auch ist.

Da ich allzu lange Blogbeiträge selber nicht sonderlich schätze, werde ich Forssmans und ggf. Marcus‘ Argumente hier häppchenweise kommentieren.

Fange ich mit dem Anfang an:

Als „Dateien, die gern Bücher wären, es aber niemals sein dürfen“, bezeichnet Herr Forssman E-Books.

Dateien – da hat er recht. Übrigens hergeleitet aus altehrwürdigem Latein, datum = Gegebenes, speziell in der Mehrzahl, data, als ‚gegebene Informationen‘. Im technischen Sinne Informationen für den Computer, der sie wiederum uns Menschen nutzbar macht, und sei es als Musikstück oder hübsche Grafik.
(Prinzipiell geht das auch mit E-Book-Dateien. Nur dürften die meisten Musik- oder Bild-Programme abstürzen, wenn man sie damit füttert.)

Sind E-Books Möchtegern-Bücher? – Dem Namen („books“) nach schon mal nicht. Was aber sind „books“?

Brockhaus‘ »Kleines Konversations-Lexikon« von 1906 (5. Aufl.) (das ich übrigens seit Jahren als E-Book besitze 🙂 ) leitet den Begriff noch von Buchenbrettchen ab, in die Runen geritzt worden seien. Das »Etymologische Wörterbuch des Deutschen« (dtv 1995) bezweifelt diese Lesart, nennt vielmehr altindische Begriffe für „Glück“, „Besitz“ oder „Schicksalslos“ als Verwandte. Interessant, aber nicht wirklich weiterführend!

Allen weiteren Definitionen ist gemein, dass Bücher aus mehreren beschriebenen oder bedruckten Blättern bestehen, die an einer Seite mit einer Bindung zusammengehalten werden.
Gut, „gebunden“ ist ein E-Book nicht. Aber ist eine längere persönliche E-Mail kein Brief mehr, nur weil sie „E(lektronisch)“, ohne Umschlag und nicht auf mehreren Briefbögen daherkommt? Unfug.

E-Books „wären“ also nicht nur „gern Bücher“, sondern sind es. Wenn auch in einer so manchem immer noch ungewohnten oder gar unangenehmen Erscheinungsform.

Dass E-Books „niemals“ Bücher „sein dürfen“, ist daher auch keine Eigenschaft der E-Books an sich, sondern ein Verbot, das ihnen – wenn wir Leser & Autoren das zulassen! – auferlegt wird. Nicht zuletzt von Leuten wie Herrn Forssman.

Eure Irja.

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