E-Books: Büchermachen lohnt sich nicht?

Liebe Lesende,

Bücher zu lektorieren und zu korrigieren“, schreibt Herr Forssman, lohne sich gar nicht mehr, denn sie würden ja doch bald alle für umme kopiert und verteilt. Und auch Autoren würden „schlechter bezahlt […] und können sich neuerdings statt ums Schreiben um alles kümmern, was vorher der Verlag gemacht hat.“

Gegen allzu viele Gratis-Kopien der (angeblich ja ohnehin ’nur geliehenen‘)   E-Books mögen die von Herrn F. selber beschworenen Abmahnanwälte helfen. Oder auch nicht.

Die Frage des Geschäfts und Geschäftemachens auf dem Buchmarkt stellt sich tatsächlich und wird sich noch mehrfach stellen. Nur nicht speziell im Zusammenhang mit E-Books, sondern längst schon im Printbereich!

Kritische Lesende bemängeln sogar bei reinster Unterhaltungslektüre immer öfter fehlendes Korrektorat & Lektorat: störende Schreibfehler, Grammatikfehler, Logikfehler. Aber selbst Sachbuch-Verlage machen es sich zunehmend allzu leicht.

Was nun die Honorierung von uns Autoren angeht, so ist diese außer für „Stars“ noch nie üppig gewesen. Ich staune zuweilen, wieviele Kolleginnen und Kollegen offenbar doch „vom Schreiben leben“ können. Andererseits habe ich auch immer wieder desillusionierende Aha-Erlebnisse, weil sich herausstellt, dass dieser oder jene „Freie Autor/in“ tatsächlich von etwas ganz anderem lebt.

Natürlich ist es leichter und billiger, Digitales zu kopieren als Gedrucktes. Aber nicht erst Guttenberg & Co. zeigen, dass das weniger eine Frage des technischen Aufwandes ist als vielmehr der Einstellung zu eigener Leistung, Urheberrechten usw. – ein weiteres hochinteressantes Feld, das ich sicher auch noch unter die Lupe nehmen werde.

Was wir Lesende uns fragen müssen, immer wieder und in Zukunft immer mehr: Wieviel sind uns Texte wert? Texte, die uns unterhalten, Urlaub vom Alltag gönnen, zum Nachdenken anregen, neue Perspektiven bieten.

Und was wir Schreibende uns fragen müssen, auch dies immer wieder und vielleicht immer öfter: Für wie wenig sind wir bereit, unsere tage- und wochen-, im Falle von Romanen monate- und jahrelange (Schreib- und Gedanken-) Arbeit herzugeben? Was für Gratis-Dreingaben in Form von Korrekturlesen, womöglich Vor-Layout, Marketing und, und, und … sind wir bereit (oder überhaupt fähig) zu liefern?

Werden wir künftig besser damit fahren, all das selber zu machen (oder selber zu bezahlen), dafür aber auch etwaigen Gewinn zu 100 % zu behalten?

Oder liegt die Lösung in der Hoffnung auf bedingungsloses Grundeinkommen, mit dem wir die lesende Welt dann mit generell frei erhältlichenTexten versorgen können? (Das wäre wohl nicht das Schlechteste …)

Auf jeden Fall Überlegungen, die allgemein mit dem Produzieren von Büchern, keineswegs nur mit E-Books zu tun haben!

Eure Irja.

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2 responses to this post.

  1. Hallo Gregor, mein lieber Stammleser! 😉

    Ach, wäre das schön … wenn ein guter Autor keine Angst vorm Verhungern haben müsste!
    Fragt sich zum einen: Was ist ein „guter Autor“? Unterschiedliche Leser/innen verstehen Unterschiedliches darunter.
    Zum anderen: Die Buchverkaufszahlen sagen was anderes. Actionreißer sind der Renner, sogenannte „gehobene Literatur“ eher nicht. (Wobei man über deren Güte zuweilen auch diskutieren könnte … Und auch ein Actionreißer o.ä. sollte handwerklich solide sein, um wegzugehen wie frische Brötchen.)

    Dass ein Autor, der alles selber macht, sich mehr anspornen muss und ergo besser wird, stimmt so auch nicht. Vor allem: kann er es überhaupt?
    Schreiben ist eine zeitaufwändige Angelegenheit. (Doch, ehrlich.) Wer sich dann noch mit Werbung, Marketing, Verkauf beschäftigen, also 2–3 volle Jobs nebeneinander machen muss, der kann sich aufs Schreiben (aufs _gut_ Schreiben zumal) immer weniger konzentrieren.
    Außerdem kann er Flops (und es ist schon manches gute Buch geflopt, weil’s einfach zur falschen Zeit kam) weniger gut aussitzen als ein Verlag mit mehreren Titeln.
    Ergo wird (oder: muss) er versuchen, immer mehr in immer kürzerer Zeit „rauszuhauen“ – und nebenher soll er auch noch Lesungen organisieren, Werbekampagnen, bloggen 😉 , und was nicht alles. _Gutes_ Schreiben geht da kaum noch!

    Und noch etwas: Keiner kann alles. Darum erfanden wir Menschen die Arbeitsteilung. 🙂 Wer gut schreibt, ist deswegen noch lange kein guter Marketingstratege, Organisator, Layouter usw. usf.

    Daher sehe ich diese Entwicklung, dass zunehmend (wieder) alles am Autor hängen bleibt, mit gewissen Bedenken.

    Lieben Gruß,
    Irja.

    Antwort

  2. Ah Irene , Du bist es wieder 🙂
    Ein Buch ist so viel Wert, wie der Autor selbst.
    Ich denke, wenn alles bei dem Autor bleibt, dann muss er sich selber mehr anspornen was zu leisten und nicht nur Trivialliteratur zu schreiben.
    Denn, macht der Autor Mist, so schlägt sich das direkt gegen ihn/sie.
    Ich würde keine eBooks anbieten – fertig.
    Aber es gibt ja auch Experten, die Bücher auch einscannen.
    Ich finde, ist der Autor gut, muss er eigentlich keine Angst haben, dass er verhungert.

    Liebe Grüße, Gregor

    Antwort

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