E-Book: Nie griffbereit?

„Bücher“, schreibt Herr Forssman, „liegen so schön herum und bereit: Man kann sie sich in den Weg legen, man kann einen Stapel neben dem Bett haben, drei im Wohnzimmer und ein Bücherbord auf der Toilette […]“

Hübsch. Aber erstens wird man, wenn es dereinst wirklich keine Print-Bücher mehr geben sollte, überall Lese-Panele, Roll-Pads etc. haben, die man sich ebenfalls fröhlich „in den Weg legen“ (oder von denen man sich anpiepsen, -blinken, -flödeln lassen) kann. Zweitens braucht man für viele schöne Stapel auch Stapelplatz, und zumindest in meiner Wohnung wird der langsam Mangelware.

Außerdem ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Die Zahl der Leute, die nicht mal mehr auf Klo geht ohne ihr Handy, soll ja auch zunehmen. Genauso kann man es sich angewöhnen, keine Örtlichkeit des Lebens mehr ohne E-Book-Reader zu betreten.

Unschön ist eher der umgekehrte Fall: das Liegenlassen. Beim Print-Buch ist nur dieses eine Print-Buch weg, womöglich sogar eine billige „Reiseausgabe“. Beim E-Book-Reader … eieiei!

Leute wie Herr F., die von großzügiger Ausbreitung ihres »Handapparates« (also der gerade für die Arbeit benötigten Bücher) auf Schreibtisch und Fußboden schwärmen, vergessen auch gerne, dass sie als Verfüger über so viel Raum zu den Privilegierten gehören.

Ich jedenfalls bin um jeden Wälzer froh, den ich nicht auf die kippelnden Stapel rund um meine Tastatur legen (und beim Lesen irgendwo balancieren) muss, sondern bequem am Bildschirm aufschlagen kann, mit mehreren Treffern fürs gesuchte Schlagwort und womöglich ergänzendem Link ins Netz oder zu einem anderen Band!

Eure Irja.

P.s.: Dringender Tipp für dieses Frühjahr: Legt euch keine Grippe zu! Ist extrem unspaßig!

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2 responses to this post.

  1. Da kann ich wieder mal nur zustimmen! Ob ich nun meinen E-Book-Reader ins nächste Zimmer trage oder das Papierbuch, das ich gerade lese…

    Liegenlassen ist natürlich nicht empfehlenswert und etwas teurer als beim Reisetaschenbuch. Aber das erhöht auch die Aufmerksamkeit. 😉

    Ich glaube auch, daß viele Gutverdiener leicht vergessen, daß Wohnraum teuer ist und man sich Platz erstmal leisten können muß. Und es soll Leute mit Haustieren oder kleinen Kindern geben (oder mit beidem). Da sind Bücher auf dem Boden und Bücherstapel auch nicht optimal.

    Antwort

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