E-Books und das Verschwinden von Texten

„Das Überleben von Texten den Launen anonymer Großkonzerne auf alle Zeiten zu überlassen“, scheint Herrn Forssman und ähnlich Denkenden zufolge Merkmal oder zumindest notwendige Folge von E-Books zu sein.

Seltsam, dabei haben sich die Großkonzerne des Buch- und Verlagswesens doch schon lange im Printbereich etabliert (man liste mal gängige Verlage und schaue dann, unter welches „Dach“ sie gehören! viel bleibt da nicht mehr …).

Und wie weit sorgen Print-Verlage wirklich für „das Überleben von Texten“? Waren nicht bisher Autoren wie „Markt“ (also: die Leserschaft) viel ausgelieferter, ob einem Lektor und Programmchef ein Text gerade gefiel oder in den Kram passte oder genügend Profit versprach? Nicht nur Harry Potter wäre um ein Haar solchen „Launen“ (bzw. Fehleinschätzungen, Ängsten usw.) zum Opfer gefallen (und nie in Buchladenregalen aufgetaucht), sondern zum Beispiel auch »Im Westen nichts Neues«.

E-Books kosten in Herstellung und Vertrieb zwar nicht nichts, aber doch deutlich weniger als gedruckte Bücher. Sie bieten also eher den Anreiz zum Experimentieren, denn das Risiko bei einem Flops ist deutlich geringer. Somit mag der eine oder andere Roman, der sonst im Nichts verschwunden wäre, das Licht der Welt erblicken.

Nachteil für uns Lesende: Die Menge des Lesefutters wächst, leider auch die des ungenießbaren und unverdaulichen. Und wie findet man in all den Neuerscheinungshaufen noch Schmackhaftes?

Nachteil für uns Schreibende: Der „Ritterschlag“, von einem Verlag zur Veröffentlichung ausgewählt worden zu sein, verliert an Wert. (Wobei dahingestellt sei, ob er je die Wertigkeit besaß, die ihm so vollmundig zugeschrieben wird.) Und das eigene Werk geht in der Flut aller Veröffentlichungen komplett unter.

Leben und Überleben durch E-Books also?

Vielleicht ein bisschen. Eine Weile lang. Solange niemand den großen Stecker zieht. Und solange nicht neue Soft- und Hardwareversionen die „alten“ E-Books (3 Jahre? 5 Jahre? 10?) unlesbar machen. Dann allerdings möchte ich doch lieber noch eine Printversion meiner Lieblingsromane im Regal stehen haben!

Eure Irja.

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