E-Books in Nationalbibliothek und Landesbibliotheken

Liebe Lesende und Schreibende,

eines Autors große Ziele: gelesen zu werden, in der Welt etwas zu hinterlassen und womöglich Geld damit zu verdienen.

„Wer schreibt, der bleibt“, sagt ein altes Sprichwort. Das meint zwar eigentlich Buchhaltung und schriftliche Verträge (*), wird heute aber gern aufs Prosaschreiben angewandt. Freilich, wer die Literaturgeschichte auch nur der letzten 100 Jahre ansieht, kann darüber nur bitter lachen. Sei’s drum.

Um die Schriftkultur eines Landes für die Nachwelt zu erhalten, entstanden seit dem 19. und frühen 20. Jahrhundert immer mehr Regional-, Landes- und Nationalbibliotheken. Jeder „Veröffentlicher“ kann bzw. muss dort Exemplare des veröffentlichten Werks „einlagern“.

Die Deutsche Nationalbibliothek geht auf gleich zwei Institutionen zurück, die in den großen Buchmessestädten Leipzig und Frankfurt/Main beheimatet sind. Pflichtexemplare sind (derzeit) ab 25 Exemplaren Auflagenhöhe fällig. (Auch von Privat! Jawohl!)

Während nun etwa die ach so „kulturlosen“ Amis in ihrer Library of Congress inzwischen längst auch Elektronisches sammeln, tun sich unsere deutschen Großbibliotheken da noch schwer. Man sammelt zwar, zum Teil wenigstens, aber man weiß nicht recht, wie man damit umgehen soll.

Ganz trivial ist das ja auch nicht. Während sich physisch Gedrucktes sowohl an sich wie auch auf Microfiche o. ä. ganz gut aufbewahren lässt, sind rein elektronisch vorliegende Werke an Hard- und Software gebunden. Äußerst kurzlebig also! Allerbestenfalls (und mit deutlich mehr Know-how als die meisten Institutionen haben – leider) zwei bis drei Jahrzehnte. Und dann? – Futsch. Zumeist unwiederbringlich. WEG.

Wer schreibt, der bleibt? – Wer nur E-Books veröffentlicht, ganz sicher (noch) nicht!

Eure Irja.

(*) laut »Deutsches Sprichwörter-Lexikon«, Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hg.), publ. 1867 – 1880.

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