30 Tage übers Schreiben bloggen – 21: Kinder

Liebe Lesende und Schreibende,

„Hat eine Deiner Figuren Kinder? – Wie schreibst Du Szenen aus Sicht der Kinder oder Szenen mit Kindern?“

An dieser Frage merkt man, dass diese Fragen nicht unter Fantasy-Autoren entwickelt wurden. ;–)  Fantasy-Protagonisten müssen ja üblicherweise selber noch Kinder (na gut: Jugendliche) oder zumindest anhangslos sein, nicht wahr?

Warum eigentlich?

Zwei Gründe fallen mir spontan ein:

Erstens „abenteuert“ es sich nicht so gut mit Anhang. Kinder sind ja doch eher der Inbegriff von „Sich-Niederlassen“, „solide Werden“, Job, Alltag, laaangweilig. (Es sei denn, die Geschichte dreht sich um „meine verrückte Familie“ o. ä.) Und niemand zieht aus, den großen bösen Drachen zu bekämpfen, wenn er daheim den Stall voller Kinder sitzen hat, oder? (Sicher?)

Zweitens sind viele Fantasy-Leser (erklärtermaßen jedenfalls) doch eher jung und wollen lieber vom Auszug in die weite Welt und Eigener-Herr-Sein lesen als sich (identifikationsweise) um zwei, drei Blagen kümmern zu müssen. Mutti oder Vati als Abenteurer? Nä!

Aber zu meinen eigenen Leutchen:

Natürlich haben etliche meiner Figuren Kinder! Passiert nun mal gelegentlich im Leben, nicht wahr? ;–)  Sogar einige meiner Protagonisten sind Mamas oder Papas. Denkt nur an Grimo, dessen Tochter (bzw. noch kommende Kinder) sogar der Anlass für ihn sind, sein Leben und Erleben aufzuschreiben.

Jost und Graf Kunz sind „natürlich“ kinderlos, auch wenn es sich in ihrem früheren Leben durchaus hätte ergeben können.
Zumindest für Jost habe ich diese Möglichkeit durchaus in Erwägung gezogen. Auf jeden Fall würde er sich gerne mehr um seine Nichten und Neffen kümmern, aber sein Schwager kann ihn nicht leiden, und in seinem bisherigen Job war er zu oft unterwegs.
Graf Kunz hatte einen Sohn (ja, tatsächlich), der aber bei der Geburt starb. (Dessen Mutter spielt im aktuellen Roman keine Rolle, könnte das aber in Zukunft durchaus noch tun.)
Und Athanasius hat Kinder (er war glücklich verheiratet!), auch Enkel und Urenkel. Mit einigen dürfte er sogar Kontakt haben. Den meisten dürfte er allerdings fremd und vielleicht auch unheimlich sein. Auch dies könnte in kommenden Geschichten eine Rolle spielen.

Mein neuer Roman spielt sogar in „trautem Familienkreise“. Wegen meiner Hauptfigur Nr. 1 kriegen sich Vater und Sohn heftig in die Haare, während Mama ihrem Sohn (der seinerseits auch schon Nachwuchs hat) einmal kräftig eine scheuert. Vor versammeltem Dorfe. – Bei Hauptfigur Nr. 1 selber müsste ich erst nachforschen. Falls er Kinder hat, weiß er wohl selber (noch) nichts davon. 😉

Für Szenen mit Kindern nehme ich mir möglichst reale Kinder zum Vorbild. Oder entsprechende Filmszenen, Schilderungen usw. (je nachdem, was für Szenen das sind).

Aus Sicht von Kindern schreibe ich ungern. Zu tief ist meine eigene Aversion als Leserin vor diesem Kunstkniff erwachsener Autoren, einen auf „naiven Beobachter“ o. ä. zu machen. Die meisten (darunter sogar feuilletonistisch hochgelobte) Versuche gehen meiner Meinung nach in die Hose.

Eure Irja.

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