Der neue Roman: Heldenreise durch drei Akte

Heldenreise“, „Drei-Akter“, „Fünf-Akter“, „Sieben Punkte“ … Rosenbogen-, pardon, Spannungsbogen- und Plotgerüst-Modelle gibt es viele und in jedem Schreibratgeber-Buch oder -Blog mindestens in 1 Ausfertigung, zuweilen in mehreren.

Was nehme mer da bloß?!
Ganz einfach: alle. Und dann das passendste benutzen.

Bisher ging nämlich noch jedes Plotgerüst, das ich gesehen habe, auf die scheinbare Binsenweisheit zurück, drei Teile brauche ein gute Geschichte: Anfang, Ende und Schluss.

Hätte man schier nicht gedacht, was? 😉

Ist aber, mit der Lupe betrachtet, dann doch nicht ganz so trivial. Die diversen Plotmodelle versuchen dieses „Anfang – Ende – Schluss“ näher zu bestimmen, quasi den Grund-Rosenbogen mit Querstreben oder Drahtgeflecht zu versehen, also zusätzlichen Stützpunkten für unsere Geschichte.

Ich halte mich meistens an den Fünf-Akter, hier vereinfacht:  1. Einführung (der Hauptfiguren und ihrer Aufgabe/ihres Problems) – 2. Handlungsanstieg mit ersten Gefahren, Auftritt des Gegners, diversen Wendungen usw. – 3. Umschlagspunkt (oder -phase)  – 4. Komplikationsphase, „Zuziehen der Schlinge“. – 5. Höhe-/Endpunkt, auch „Katastrophe“ genannt, selbst wenn’s ein Happy End ist: die finale Umwälzung, nach der alles in irgendeiner Form seinen neuen Platz (oder Weg) gefunden hat.

Wie schon gesagt, habe ich mir für »Würmerfraß« nicht extra ein Gerüst vorgefertigt. Letztendlich sieht meine Geschichte, glaube ich, dann aber doch ganz „bogig“ aus. Irgendwann verinnerlicht man diese Struktur ja auch, oft schon vor der bewussten Beschäftigung damit, schließlich folgen ihr die meisten Filme und Romane!

Genau: die meisten.

Vor allem bei handlungsorientierten Geschichten (zumal Filmen!) lassen sich die oben genannten Stationen oft auf die Minute und Einzelszene genau bestimmen. Versucht’s mal! – Aber nicht zu oft. Wenn man beim Conan-Fantasy, grusligen Dracula und hardboiled Thriller auf einmal nur noch das 1 Raster sieht, das darunter liegt, hat man nicht mehr viel von den Filmen! Zumindest kann es passieren, dass man an absolut falschen Stellen lacht, weil einem ein „Plotpoint“ aus den Kulissen zugewunken hat …

Aber es gibt ja auch noch andere Geschichten. Leisere. „Innerlichere“. Bei solchen komme ich, muss ich gestehen, oft ins Schleudern, wenn ich das gängige Schema anlegen will. – Da gibt es nicht unbedingt „Gefahren“, keinen klaren Antagonisten (ach ja, der Antagonist …), oder die „Plotpoints“ spalten sich auf oder verlaufen ineinander …

Na gut: auch ein gotischer oder exzentrischer oder gar eckiger Bogen ist am Ende ein Bogen. Und fürs Anlegen eines „äußeren“ Geschehens taugt das Gerüst allemal. – Und hilft beim Vertreiben so manchen Schweinehunds!

Irja.

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