30 Tage übers Schreiben bloggen – 26 + 27: Aussehen der Figuren

Liebe Lesende und Schreibende,

das kommt jetzt zwar außer der Reihe, passt aber gut zum Thema „Charaktere“. Darum mal wieder was aus dieser Serie! 😉

Wieder lassen sich zwei Frageblöcke prima zusammen erledigen! Wobei ich Nr. 27 zuerst nehme, dann Nr. 26, aber darauf kommt es ja nicht an. Also:

Spielt das Aussehen Deiner Figuren eine wichtige Rolle? – Wie gestaltest Du das Aussehen einer Figur?

(Was ist „wichtig“? Und für wen soll das Aussehen eine Rolle spielen? Für die anderen Figuren? Für mich? – Fragen über Fragen … ;–) )

Ja, das Aussehen mancher meiner Figuren spielt eine Rolle. Vielleicht sogar für mich, auf jeden Fall für andere Figuren.

Hätte Jost Graf Kunz in Drei Tropfen Blut auch dann geholfen, wenn der nicht so schnuckelig aussähe?
Kerimor in meinem neuen Roman ist eindeutig als „Südländer“, gar als „Altumane“ erkennbar und allein damit schon verdächtig.
Von Grimo habe ich eine relativ gute Vorstellung – die ich mich aber hüten werde, seinen Lesern und Leserinnen aufzuzwingen!

Manchmal habe ich natürlich ein paar romantische Idealvorstellungen, wenigstens zu Anfang einer Geschichte. Aber eigentlich bevorzuge ich „normale“ Charaktere, zumindest im Rahmen ihrer Ethnie und Kultur. In meinem neuen Roman zum Beispiel gibt es recht viele Blonde und sogar Rothaarige – Skandinavien & Co. lassen grüßen! 😉

Wie zeichnest Du Deine Charaktere? – Beschreibe eine Figur, oder wenn Du mit Bildern arbeitest, zeige uns eine Deiner Figuren!

Ungefähre Bilder habe ich natürlich immer im Kopf, aber selten werden sie fotografisch (oder zeichnerisch) konkret. Das würde mich meistens sogar stören.

Da ich aus dem Rollenspiel komme, benutze ich bei der Charakterentwicklung fast schon so eine Art Formular. Zumindest habe ich meine Schemata, nach denen ich auch das Aussehen wichtiger Figuren festlege – sofern es denn eine Rolle in der Geschichte spielen soll.

Manchmal ist das völlig unnötig. Oft entsteht es auch erst im Laufe der Geschichte, wenn ich mir die Figur „belebt“ bzw. ihre Wirkung auf andere Figuren vorstellen muss.

Es gibt allerdings eine Hauptfigur, zu der mich ein Buchcover inspirierte. Und auf eine andere passt ganz wunderbar ein bestimmter Film-Schauspieler in einer bestimmten Rolle.

Film – ein gutes Stichwort. Bei Literaturverfilmungen stelle ich immer wieder fest, wie sehr die „Fleischwerdung“ einer Figur stören kann. (Knightley in einer der Emma-Verfilmungen ist so ein Beispiel.) Wenn andererseits eine Figur gut erzählt ist, spielt ihr Aussehen keine so große Rolle. Dann kann in einer Serie sogar der Darsteller wechseln! Muss ja nicht immer so heftig sein wie der Bruch zwischen Joachim Krol und Uwe Kockisch (Kommissar Brunetti) oder zwischen Barbara Auer und Julia Jäger (seiner Frau)!

Oder wollt ihr gezeichnete oder Foto-Proträts der Personen in einem Roman?

Eure Irja.

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2 responses to this post.

  1. Ich will mir selbst ein Bild von Charakteren machen, wenn ich ein Buch lese, weshalb ich von Fotos von Gesichtern auf Covern nicht so begeistert sind, weil damit schon Illusionen zerstört wurden. Da ist mir eine künstlerische Interpretation durch ein Gemälde schon lieber. Wobei es auch Darstellungen von HCs auf Covers gibt, die mich zum Kauf bewegten 😉
    Beim Schreiben habe ich von allen HCs ein mehr oder weniger genaues Bild im Kopf, vermittle dem Leser aber nur die Daten, die den Plot beeinflussen und ein paar allgemeine Eindrücke wie groß, klein, hell- oder dunkelhaarig. Wenn jemand durch seine Optik hervorsticht (und dadurch Probleme kriegt), wird das mehr herausgestrichen als ein durchschnittlich aussehender HC, der in der Masse untergeht.
    Manchmal hab ich einen „Casting Call“ und besetze die Rollen der HCs mit Schauspielern oder sonstigen Menschen, von denen ich Fotos kenne, verrate das aber niemandem, damit sich jeder die Figuren so vorstellen kann, wie er/sie das möchte.

    Antwort

    • Geht mir genauso. Allenfalls Andeutungen, aber (im Buch) keine „Porträts“!
      Und natürlich hat man beim Schreiben eine eigene Vorstellung. Mal genauer, mal vager. Aber ich hoffe, ich lasse dem Leser genug an Freiheiten. 🙂

      „Casting Call“ ist gut! 😉
      Habe ich so bisher noch nie gemacht, aber Eindrücke aus Filmen können matürlich durchaus einfließen.

      Antwort

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