Guter Schreibrat … – Bücher zum Handwerk des Schreibens

Die Schriftstellerei ist, je nachdem man sie treibt, eine Infamie, eine Ausschweifung, eine Tagelöhnerei, ein Handwerk, eine Kunst, eine Wissenschaft und eine Tugend.
(August Wilhelm Schlegel, »Fragmente«, in: Bittner, Von Beruf Schriftsteller)

Liebe Schreibende und Lesende,

den Zusatz „gar nicht teuer“ habe ich in diesem Betreff lieber weg gelassen. Für manche der hier aufgeführten Bücher muss man nämlich „ein bisschen Geld in die Hand nehmen“; wie es neuerdings so schön heißt. Etliche sind wahrscheinlich auch vergriffen. Aber wozu gibt es Booklooker & Co.?

Auch für die folgende Liste gilt natürlich: Ergänzungen willkommen.

Booth, Wayne C. – Die Rhetorik der Erzählkunst / The Rhetoric of Fiction.
Gedanken um den Sinn von Literatur, Diskussion diverser Theorien, aber auch viel Handwerkliches rund um Themenwahl, Charaktere, gutes und schlechtes Schreiben usw.; dazu Lese-Empfehlungen.

Frey, James N. – Wie man einen verdammt guten Roman schreibt.
Hier muss ich auf Klappentexte zurückgreifen: „eine praktische, systematische und witzige Anleitung für das Schreiben eines Romans“„perfekt für Anfänger und professionelle Autoren, die einen handfesten Crash-Kurs in den grundlegenden Techniken des Geschichtenerzählens brauchen, aber auch für Leser, die die Elemente des Romans besser kennenlernen wollen.“
(Folgeband: The Key, Die Kraft des Mythos. Wie verdammt gute Romane noch besser werden.)

Elizabeth George – Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben / Write Away. One Novelist’s Approach to Fiction and the Writing Life.
Figuren, Plot, Plotting-Tipps, Dialoge, Spannung etc. E. G.’s Arbeitsweise ist nicht für jeden was, aber ein gutes Handwerksbuch, nicht nur für Krimis.

Highsmith, Patricia – Suspense oder Wie man einen Thriller schreibt / Plotting and writing suspense fiction.
Handwerkliches und Autorenleben. Ein hervorragendes Buch, lebendig geschrieben, mit nützlichen Tips und Anleitungen, ohne Vorschriften oder Absolutheitsanspruch.

LeGuin, Ursula – Kleiner Autoren-Workshop / Steering the Craft. Exercises and Discussions on Story Writing for the Lone Navigator or Mutinous Crew.
„Alles“ rund um Sprache, Zeichensetzung, Satzlängen, Perspektive, Verdichten etc. etc. mit Übungen und Leseempfehlungen. Sehr anregend!

Mackensen, Lutz – Gutes Deutsch in Schrift und Rede.
Genau dieses. Nicht unbedingt peppig geschrieben, aber höchst empfehlenswerte Lektüre, und seien es nur einzelne Kapitel.

Schumann, Otto (Hg.) – Grundlagen und Techniken der Schreibkunst. Handbuch für Schriftsteller, Pädagogen, Germanisten, Redakteure  und angehende Autoren.
Nebst allergrundigsten Grundlagen werden auch Lyrik, Theater, Rundfunk, Drehbuch usw. behandelt, dazu Urheberrecht, Verträge u.ä. Sollte man haben. Man muss ja nicht alles von A – Z lesen. Ist zudem aber auch noch sehr praxisnah geschrieben.

Tobias, Ronald B. – 20 Masterplots. Woraus Geschichten gemacht sind. / 20 Master Plots (and how to build them).
Schreiben als Handwerk, Alltag als Quelle, Struktur und Plots einer Geschichte. Etwas knapper hätte es stellenweise sein können, ich habe auch fehlerhafte Inhaltsangaben von Beispielsstories entdeckt. Insgesamt aber ein guter „Guide“, um Stimmigkeit einer Story zu überprüfen (mit Check-Listen). Und um sich Erzählstrukturen, Schreib-Arten usw. bewusst zu machen.

Schneider, Wolf – Deutsch für Profis.
Ich kenne daraus nur den Beitrag „Weg mit den Adjektiven!“ Und der ist eine gute Zusammenfassung des Warum und Wieso samt Beispielen.

Hier noch zwei Link-Nachträge:

Zoe Becks Schreibtipps bei culturmag.de.

Und natürlich Sandra Uschtrins Webseite – ein Fall für ein „Lesezeichen“ im Browser!

Eure Irja.

(Fortsetzung folgt)

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3 responses to this post.

  1. Ergänzung:
    Eine ausführlichere Besprechung von Tobias‘ 20 Masterplots finden Interessierte bei Hanna Mandrello:
    http://mandrello.com/2014/05/25/20-master-plots-and-how-to-build-them-von-ronald-b-tobias-empfehlung/

    Antwort

  2. Alle meine Empfehlungen gibt es nur auf Englisch:
    Uneingeschränkt ALLES von Donald Maass. Ich hab 4 Ratgeber von ihm gelesen, und diese waren mir hilfreicher als alles andere, was ich gelesen habe (und ich habe viele Ratgeber gelesen). Er war früher selbst Autor und ist nun einer der gefragtesten Agenten in den USA, weshalb er eine doppelte Sichtweise auf das Handwerk hat.

    Als Buch über Charakterentwicklung empfehle ich „Bullies, Bastards & Bitches: How to Write the Bad Guys of Fiction“ von Jessica Page Morrell. Viel umfassender als der Titel vermuten lässt, handelt es von Helden, Bösewichten und allen Graustufen dazwischen.

    Wichtigstes Buch für mich war „The Courage to Write: How Writers Transcend Fear“
    von Ralph Keyes. Darin geht es nicht um das Handwerk des Schreibens, sondern um die Seele des Autors – wie man Ängste überwindet und seinem Traum folgt, egal was Umwelt, Unterbewusstsein und Realitätssinn sagen.

    Antwort

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