Die Zeitung von vorgestern macht kreativ

Liebe Lesende und Schreibende,

nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern, heißt ein bekannter Spruch.

Aber nichts ist so anregend wie die Zeitung von vorgestern!
Fand jedenfalls C. J. Setz in der letzten Poetik-Dozentur und gab gleich einige erheiternde Beispiele:

Fehlt noch ein Titel für die neuste Kurzgeschichte? – Überschriften von Kleinmeldungen können helfen! Je kontrastierender zum Text, desto besser. Ein bisschen neu kombinieren, ein bisschen herumspielen, voilà. Klappt nicht immer, aber oft.

„Man spricht alle gangbaren Sprachen“
Diese Zeile aus einer alten Grazer Hotelwerbung diente Setz als Vers für ein Gedicht. Sie könnte aber auch einen feinen Romananfang ergeben!

„Esperanto – Sauerkraut – Lebensfähige Existenz“
Nebeneinander stehende Kleinartikel-Titel auf einer alten Zeitungsseite, die die Kreativitätsmaschine in Schwung bringen.

Eine ausschweifende Anzeige, die bestes Tafelobst gegen sammelnswerte Briefmarken anbot, liefert sogar Stoff für eine ganze Novelle.

Oder wie wäre es mit der Anzeige: „Wegen Todesfalls Reisender gesucht“?

Alte Zeitungen findet man inzwischen zum Glück immer mehr digitalisiert im Netz, etliche auch ohne Geldschneiderei. Ich jedenfalls werde künftig wieder häufiger nach solchen Quellen Ausschau halten!

Eure Irja.

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One response to this post.

  1. Posted by Hanna Mandrello on 30. Januar 2016 at 00:09

    Clemens J. Setz ist einer der ganz wenigen Autoren, der mit seinen Büchern Wutpickel verursacht. 😉

    Antwort

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