Die Illustrationen

Gleich zu Anfang: Nein, die Illus stammen nicht von mir! Sondern von Michaela Stadelmann, meiner Verlegerin. Zu Anfang war mir nicht einmal klar gewesen, dass der Roman damit bebildert werden sollte. In jener Phase drehten sich all meine Überlegungen ums Cover – aber das ist eine eigene Story.

Für ein anderes Buchprojekt hatte meine Verlegerin Menschen posieren lassen, fotografiert und diese Fotos digital zu Scherenschnitten verarbeitet. Wunderbar! Sie hatte die Übung, sie hatte die Technik, das wollte genutzt werden, auch für die »Drei Tropfen Blut«.

„Aber Sie ahnen es vielleicht schon – es ist wesentlich schwieriger, männliche Modelle a) zu finden und b) so anzuweisen, dass sie das Thema nicht veralbern.“ (M. Stadelmann)

Aber wozu gibt es Studenten, die unbedingt beim Wunderwaldverlag ihr Praktikum machen wollen?

„Zwar habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass ein Praktikum bei mir auch etwas anders aussehen kann, aber sie wollten es ja nicht glauben“ (M. S.)

Damit war Problem a gelöst. (Selbstverständlich wurden die Models „nicht gezwungen, das war alles freiwillig“! No students were harmed …)

Problem b war schon eine härtere Herausforderung.

„kichernde Männer davon abzubringen, eindeutige Gesten zu machen und alles ins Lächerliche zu ziehen, ist mitunter sehr schwierig.“ (M. S.)

Ach, diese große männliche Angst, womöglich für einen Sheep Boy von Brokeback Mountain gehalten zu werden! (Oder gar als Anhimmelobjekt eines schwulen Kommilitonen zu enden?!) Und das bei so harmlosen Themen wie „Ritt durch den Wald“,  „Vampirjäger und Arzthelferin“ (na hallo!) oder „Gerichtsverhandlung“?! – Ich fand die Berichte über den Verlauf des »Projekts Schattenrisse« jedenfalls zum Kringeln! (Und mal wieder zum Nachdenken. Gute Güte, wie verklemmt sind wir hierzulande & heutzutage eigentlich?!)

Dabei fürchtete ich zwischendurch selber, das Ergebnis könne am Ende zu „eindeutig“ sein. Aus rein verkaufstechnischen Überlegungen! Schließlich geht es in meinem Roman in erster Linie um Vampirjäger und Vampir, nicht um ein schwules Coming out. – Möglicherweise entstand die Idee, nicht das Cover mit Scherenschnitt gestalten, sondern den Roman damit zu illustrieren, sogar erst in dieser Phase. Aber auch dazu brauchte es Bilder, in denen die Jungs nicht allzu verschämt kicherten oder anzüglich grinsten …

„Vielleicht lasse ich die Studenten vorher Zwiebeln schneiden“. (M.S.)

Wenn ich mich recht entsinne, hat sie ihnen schließlich mit Kaffee-Entzug gedroht. Jedenfalls klappte es irgendwann.

„Und im Scherenschnitt ist er genau getroffen. Das ist Lachner. Wie ihn die Autorin beschrieben hat.“ (Tante Thea)

Fortsetzung folgt

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