Neue Versuche

Auch das größte Vergnügen geht einmal zu Ende, und irgendwann heißt es: Zurück an die Arbeit. Im Falle eines fertigen Romans bedeutet das weitere Suche nach passenden Verlagen, Anschreiben, Exposé, Leseproben – die ganze Ochsentour halt.

Ich versuchte es tatsächlich bei dem einen oder anderen „einschlägigen“ Verlag. Warum auch nicht? Die Antwort war eindeutig:

„ich habe die Lektüre Ihres Manuskripts sehr genossen. (…) Zu meinem Bedauern würde ich Ihnen und mir keinen Gefallen tun, wenn ich Ihren Kurzroman annehmen würde. (…) der Erotikfaktor Ihres Romans ist sehr gering. Dass ich Ihnen nicht zusagen kann, liegt (…) nur daran, dass er thematisch nicht passt (ich hätte ihn gerne angenommen).“

Da hatte ich den Salat! Für die einen zu unmoralisch, für die anderen nicht unmoralisch genug! (Bei der Überlegung, die betreffenden Protagonisten gelegentlich übereinander herfallen zu lassen, schauten mich die beiden dermaßen indigniert an, dass ich umgehend davon Abstand nahm.)

Damit landete der Roman in der „Eistruhe“ für den Vielleicht-klappt’s-ja-mal-Fall.

Wunder im Wunderwald (mit Brombeeren, leicht sauer)

Es war eine erneute Absage, die mich dazu brachte, den Vampir-Roman wieder aufzutauen. Die Absage kam vom Wunderwaldverlag und betraf eine Kurzgeschichte, die leider doch nicht so recht in die Anthologie passte, für die sie gedacht gewesen war. Der Zusatz lautete allerdings:

„so, wie Sie Ihre Welt Idris beschreiben, könnte sie tatsächlich interessant sein, (…). Könnten Sie mir eine Ihrer Geschichten (…) zukommen lassen?“

Natürlich konnte ich! Neben kürzeren Geschichten, die ich für einen Zyklus konzipiert hatte, schickte ich meinen Roman »Drei Tropfen Blut«.

Die Leseproben gefielen, „auch wenn der vorliegende Roman das vorgegebene Format sprengt.“ Aber ob es etwas gäbe, „das ungefähr Romanlänge hat und geeignet ist, den Lesern die Welt vorzustellen“?

Zum Vorstellen von Idris taugte keine meiner bereits vorhandenen Gschichten so recht, also fing ich einen neuen Roman an. Der rasch ebenfalls im Eis landete, denn gesundheitliche Probleme zwangen die Verlegerin zu einer Aus-Zeit. Ich wartete also und hielt mich mit Kurzgeschichten und dem Überarbeiten älterer Romane schreib-warm.

Es war im Wonnemonat Mai, anderthalb Jahre, nachdem meine Vampire erstmals den Wunderwald betreten hatten, dass sich meine Verlegerin wieder meldete:

„ich habe Ihren Roman „Drei Tropfen Blut“ erneut in die Hand genommen. (…) Konzeptionell wollten die Texte (…) bei keinem Kollegen so richtig ins Programm passen, was ich inzwischen als glücklichen Umstand bezeichnen möchte. Denn für den „Lit.Limbus“ wäre der Roman „Drei Tropfen Blut“ jetzt genau richtig!“

Die saure Brombeere dabei:

„Der zweite Zyklus der Heftroman-Serie „Lit.Limbus“ hat gezeigt, dass gedruckte Hefte zwar schöner sind, aber definitiv nicht genug Abnehmer finden, um den Aufwand wett zu machen.“

Erst einmal wolle sie den Roman also als E-Book herausbringen.

Sauer macht nicht immer lustig, und ein E-Book … Nun ja … Aber besser eine saure Brombeere schlucken als eine Kröte! Ich sagte zu. Wenige Tage später hielt ich den Vertrag in der Hand.

weiter

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